Exkurs(ion) zum Buzzword-Dschungel

Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT), Cyber Security, Agile, Blockchain, DevOps, Robotics, 3D Print, AR/VR, Digitaler Zwilling, Big Data – die Liste ist lang.

Bezogen auf unsere Branche erweitert sich diese beispielsweise noch um Low-Code bzw. No-Code-Entwicklungsplattformen. Viele dieser Begriffe und Wörter begegnen uns täglich und sind „Common Sense“ der Industrie.
Doch keiner würde wirklich zugeben, dass für Ihn das ein oder andere Buzzword hier absolut keinen „Sense“ ergibt.
Die Fahrt wird rasanter. Dabei sind die genannten Begriffe eindeutige Treiber und beschleunigen die digitale Transformation in Unternehmen und Organisationen noch weiter.

Sanierungsbedarf

Als wäre das nicht genug, erhöht der Fachkräftemangel in der IT-Branche den Wettbewerb um neue Mitarbeiter und Talente. Wodurch sich das Kräftemessen am Markt längst nicht mehr nur auf technologischen Vorsprung begrenzt. Darüber hinaus werden die eigenen IT-Umgebungen bzw. der eigene IT-Betrieb für Unternehmen und Organisationen mehr und mehr zum unternehmenskritischen Faktor. Teilweise muss der Ansatz der eigenen IT-Umgebung als Grundlage für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit neu gedacht, oder besser gesagt von Grund auf saniert werden. Die digitale Welt fordert seinen Preis für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und der Fokus muss zunehmend auf den digitalen Wettlauf ausgerichtet werden.
Fraglich ist jedoch, ob ein Sprung ins kalte Wasser, verbunden mit der Hoffnung die Schwimmbewegungen nach und nach zu verinnerlichen, nicht zu unkontrolliert ist.

Was wenn die Weiche klemmt?

Das viel verwendete „Weichenstellen“ auf Basis von IT-Infrastruktur und neuen Anwendungen ist schnell als strategische Ausrichtung auf das Blatt gebracht – und dann? Es fehlen die Ressourcen, das Know-how oder Ressourcen mit Know-how, um die definierten Maßnahmen umzusetzen – die Weiche klemmt.

So plakativ und glitzernd die anfangs aufgelisteten Begriffe auf Unternehmen, als Heilsbringer, wirken mögen – Digitalisierung ist kein Trend, sondern ein Muss. Sie sichert den Fortbestand des eigenen Unternehmens bzw. der eigenen Organisation. Wichtig hierbei ist das Wort „eigen“. Der Fokus sollte bei der Wahl der Technologien und strategischen Zielsysteme auf dem Geschäftsmodel des eigenen Unternehmens liegen.

Schlaraffenland IT

Zu viele Süßigkeiten machen träge. Ähnlich verhält es sich, wenn man in die derzeit prall gefüllten Regale an Möglichkeiten der Ausrichtung und Erneuerungen der „IT-Trends“ greift. Durch einen Abgleich mit den wirklichen Bedürfnissen des Kerngeschäfts lassen sich jedoch leicht die wirklich wichtigen Komponenten ermitteln – Back to Basic!

  1. Welche technologische Grundlage sichert den Fortbestand meines Unternehmens, sowohl intern als auch extern? (ähnlich der „Key Resources“ aus dem Business Model Canvas – Link zum Artikel)
  2. Welche technologischen Erneuerungen betreffen mein Dienstleistungs- und/oder Produktportfolio?
  3. Bestehen vergleichbare Branchen oder Märkte, in denen neue Technologien die Erwartungshaltung meiner Kunden beeinflussen könnten.

Dies sind nur beispielhafte Fragen, die jedoch dabei helfen können, das notwendige „Ich“ bei der Betrachtung strategischer Ausrichtungen zu festigen. Orientiert man sich bei der Digitalisierung zu sehr am Faktor „Trend“ oder verfällt dem Drang die aktuellsten Buzzwords mit dem Unternehmen um jeden Preis in Verbindung zu bringen ist das Risiko groß nach Ablauf der Maßnahmendurchführung, außer für das Marketing, keinen wirklichen Mehrwert geschaffen zu haben.