Die neun Felder Matrix des Business Model Canvas wurde uns von einem Freund das erste Mal vor zwei Jahren gezeigt, als wir gerade im Begriff waren die erste Idee eines zukünftigen Geschäftsmodells weiter zu konkretisieren. Es fiel uns zu diesem Zeitpunkt schwer die Fülle an Einflussgrößen, welche wir betrachten wollten, zu strukturieren und einen Businessplan wollte Ad hoc keiner aus dem Stegreif schreiben. Hier kam das Business Model Canvas, zur Betrachtung der einzelnen Bereiche, genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die neun Felder des Business Model Canvas:

  • Key Partners: Welche Partner sind wichtig für das Unternehmen?
  • Key Activities: Welche Aktivitäten sind wichtig für den Fortbestand des Unternehmens?
  • Key Resources: Auf welche Ressourcen (bspw. Personen oder Materialien) kann das Unternehmen nicht verzichten?
  • Value Proposition: Welche Probleme löst man für seine Kunden bzw. welches Bedürfnis befriedigt man?
  • Customer Relationships: Wie sollen Kundenbeziehungen zukünftig gestaltet werden?
  • Channels: Wie wird die Kommunikation zum Kunden strukturiert?
  • Customer Segment: Welche Zielgruppe bzw. welches Marktsegment möchte man mit seinem Geschäftsmodell ansprechen?
  • Cost Structure: Welche Kostenstruktur ergibt sich aus den Planungen für das Unternehmen?
  • Revenue Streams: Auf welchen Wegen werden mit dem Geschäftsmodell Einnahmen generiert?

Das Business Model Canvas lässt sich nicht nur für die initiale Betrachtung von Geschäftsmodellen im Zuge des Aufbaus eines Unternehmens verwenden. Im Kontext von Projekten – hier vor allem bei Prototypen und Neuentwicklungen – kann man die neun Felder Matrix sehr gut als Grundlage heranziehen, um sich Schritt für Schritt der Produktvision zu nähern.

Nachfolgend finden Sie drei Beispiele, wie sich das Business Model Canvas in einem solchen Fall anwenden lässt:

(1) Key Partner für inhouse Projekte

In der eigenen Organisation soll ein neuer Prozess für die Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter eingeführt werden.

Frage: Wer sind die relevanten Partner (bspw. Abteilungen oder Organisationseinheiten) im eigenen Haus für die Einführung und zielführende Ausgestaltung des neuen Prozesses?

(2) Value Proposition und Akzeptanz

Die Anwendung für Reisekosten wird nach Jahren abgelöst und eine neue Software soll in der Zukunft durch die Mitarbeiter verwendet werden.

Frage: Welche bisher bestehenden Probleme löst die neue Software und vor allem welche Bedürfnisse der Nutzer können durch die Einführung befriedigt werden?

(3) Channels bei Bestandskunden

Die Serviceleistungen (bspw. Servicezeiten) rund um den Support für Bestandskunden werden durch ein Umorganisationsprojekt bis zum 01.01 des Folgejahres umstrukturiert.

Frage: Auf welche Art und Weise und mit welchem Inhalt soll diese Änderung frühzeitig an den Kundenstamm kommuniziert werden?

Fazit:

Unabhängig ob ein Projekt oder Produkt Unternehmensintern oder zum Kunden gerichtet ist – Wenn bei Beginn der Designphase unklar ist, welche Einflussgrößen auf die Durchführung einwirken können, lassen sich diese Parameter anhand der neun Felder zerlegen. Durch die Betrachtung der einzelnen Bereiche können gezieltere Fragen gestellt werden und die gesammelten Antworten ergeben zusammen ein konkreteres Bild für die Umsetzung, welches zukünftig als Vision für ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten dienen kann.

Das Business Model Canvas dient in solchen Fällen, wie bei der Betrachtung von Geschäftsmodellen, als Wegweiser zur Ermittlung von potenziellen Lücken. Anhand derer sich die Vision bzw. Idee des Projekts oder Produktes konkretisieren und die Zielgenauigkeit der Durchführung zu Beginn verbessern lassen.